Alte Gewohnheiten ändern sich schwer


Es ist einfacher, sich in unserer Jugend von unseren schlechten Gewohnheiten zu befreien. Ein junger Mensch, der gewöhnlich flucht, wird sich vor seinen Eltern oder Ältesten fürchten und sich vor ihnen enthalten. Unter Umständen muss er sich von bestimmten Umgebungen enthalten. Wenn er arbeitet, wird Fluchen an seinem Arbeitsplatz möglicherweise nicht akzeptiert. In solchen Situationen ist er gezwungen sich zu beherrschen. Mehr noch sind die Gewohnheiten aufgrund seines jungen Alters nicht fest in seinem Herzen verankert. Das macht es einem jungen Menschen leichter schlechte Gewohnheiten aufzugeben.

Sobald ein Mensch vierzig, fünfzig oder sechzig Jahre alt ist, können seine Eltern verstorben sein. Sie haben keinen Ältesten mehr, der sie führt – sie sind jetzt die Ältesten. Wer wird sie in ihrem höheren Alter anleiten oder sie in der Reihe halten? Vielleicht sind sie jetzt der CEO eines Unternehmens oder ein Manager. Wer wird den CEO beraten? Ihre Gewohnheiten sind jetzt Jahrzehnte alt, was es schwierig macht damit aufzuhören. Oft hört man erwachsende Menschen untereinander etwas offen werden und dann anschließend vulgäre Sprache benutzen, obwohl man das von diesen liebenswerten Menschen gar nicht erwartet. Ein solch seltsames Verhalten ist häufig dadurch begründet, dass man vielleicht von klein auf so sprach und dass man nicht die Gelegenheit hatte sich zurechtzufinden. Im Alter bringt bringen solche Erwachsenen nun sich in Verlegenheit, indem sie fluchen und sprechen, wie unverantwortliche Teenager. So etwas trifft man auf offener Straße häufig an.

Man stelle sich vor, erwachsene Männer fluchen und albern ständig herum. Für einen jungen Menschen kann das ein seltsam amüsanter Anblick sein, aber stellt euch vor, wie das in Allahs Augen aussieht. Die Haare des Menschen werden grau und seine Lebensspanne verkürzt sich und doch ist er noch immer nicht aus seinem Schlummer und seinen Sünden erwacht. Wäre er von uns gegangen, würde man sich deswegen an ihn erinnern. Hätte er heilsame Ratschläge erteilt oder respektvoll gesprochen, würde man sich so an ihn erinnern.

In der Schule sind manche Schüler lästig und werden zum Sprachrohr der Klasse. Sie stören gerne und sind die lautesten von allen. Irgendwann zucken manche Schülerinnen und Schüler mit den Schultern und reifen zu jungen, verantwortungsbewussten Erwachsenen heran. Leider machen manche so weiter und brechen ihre Gewohnheit nie ab. Bei Auseinandersetzungen wollen sie das letzte Wort haben, weil sie daran gewöhnt sind. Sie stören und verletzen andere leichtfertig. Manche haben überall, wo sie hingehen, eine Einstellung. Zu Hause sind sie rücksichtslos gegenüber ihrer Familie. Das setzt sich bis zum Tag des Gerichts fort, an dem sie ihre Fehler einsehen, aber es wird zu spät sein sie wieder gutzumachen. Es ist traurig, dass manche Menschen ein Leben lang ihre Fehler unbeachtet lassen und sie leugnen. Wer wird ihnen dann im Alter helfen?

Deshalb müssen wir unsere schlechten Gewohnheiten ablegen, bevor sie uns brechen. Dies ist ein integraler Bestandteil der Islāh (Selbst-Reformation). Wartet nicht darauf, dass die schlechten Gewohnheiten altern und sich in eurem Herzen niederlassen, sondern gebt sie auf, solange sie jung und neu sind. Das wird schwierig sein. Im Jenseits weiterzumachen und zu bezahlen, ist jedoch eine größere Schwierigkeit. Sucht des Weiteren immer die Führung eines Shaikh, Älteren oder Gelehrten. Fahrt damit fort, auch im hohen Alter. Sie werden uns helfen geführt und geerdet zu bleiben. Möge Allah es uns ermöglichen uns zu reformieren, Āmīn.