4 Wege zur Navigation durch die Coronavirus (COVID-19)-Pandemie


Während die Nationen ihre Grenzen schließen, um die Coronavirus-Pandemie einzudämmen, scheint die Welt plötzlich zum Stillstand gekommen zu sein.  Gesetze haben sich geändert, Pläne wurden aufgehoben und das Leben wurde eingeschränkt. Durch ein mikroskopisch kleines Virus hat Allah die arrogantesten Menschen gedemütigt und selbst die härtesten Herzen erweicht. Als Gläubige sollte unsere Sorge stets darin bestehen, wie wir Allah gefallen können und wie wir in Übereinstimmung mit dem Quraan und der Sunnah durch das Leben navigieren können. Im Folgenden findet ihr einige Punkte zum Umgang mit dem Coronavirus.

1. Treffe medizinische Vorsichtsmaßnahmen:  Die Ärzte haben uns ausgiebig geraten regelmäßig zu gurgeln und uns die Hände zu waschen.  Als Gläubige essen wir mit unseren Händen und waschen sie regelmäßig vor dem Essen, denn Whudu ist ein Teil der Sunnah und sollte mit der Absicht fortgesetzt werden, der Sunnah zu folgen.  Andere Ratschläge wie Desinfizierung, soziale Distanzierung und Selbstisolierung sollten umgesetzt werden. Das Gesetz, das eine landesweite Abriegelung erzwingt, muss ebenfalls respektiert werden, denn der Islaam gebietet uns gesetzestreue Bürger zu sein, vorausgesetzt, das Gesetz verstößt nicht gegen den Islaam.

2. Keine Panik:  Nachdem wir uns an Allah gewandt und den ärztlichen Rat befolgt haben, können wir nichts weiter tun.  Akzeptiere  das, denn es ist eine Realität.  Manche Menschen geraten in einen Zusammenbruch, kaufen in Panik Artikel, horten und treiben die Situation auf die Spitze. Es gibt keinen Grund in Panik zu geraten oder paranoid zu werden. Dieses Virus kann uns höchstens töten, aber als Gläubige sollten wir erkennen, dass der Tod nur eine Tür ist. Ein Student erwähnte einmal gegenüber der Flughafensicherheit, dass wir im Islaam studieren, was oben und unten ist, und uns nicht darum kümmern, was dazwischen liegt. Der Mann war verwirrt.  Der Student erklärte, dass wir das Grab und das Jenseits studieren und dass diese Welt nicht unsere Sorge ist.

Dies ist eine prägnante Erklärung der Realität dieses Lebens. Wir treffen Vorsichtsmaßnahmen und beschäftigen uns mit weltlichen Aktivitäten, aber letztlich ist diese Welt nicht unser Zuhause. Gläubige unterwerfen sich dem Dekret. Wenn wir mit dem Coronavirus diese Welt verlassen, aber Allah zufrieden ist, dann haben wir die Prüfung dieses Lebens bestanden. Die Belohnung wird auch uns erfreuen. Wenn wir hingegen vor dem Coronavirus gerettet werden, aber sterben, während Allah unzufrieden ist, dann haben wir große Probleme. Erhebt also euren Blick von diesem weltlichen Leben und blickt darüber hinaus. Es gibt ein Jenseits und diese Welt ist nicht unsere Heimat.

3. Verstehe das Grundproblem: Shaikh Ilyaas Patel, Shaikh Abdulhamid Ishaaq und Shaikh Harun Abbas Umar haben sachdienliche Ratschläge zu dieser Frage gegeben. Sie erwähnten, dass Wissenschaftler und Ärzte von Symptomen sprechen, aber der Islaam uns über das Grundproblem informiert. Im Quraan und in der Sunnah wird erklärt, warum Allah Plagen oder Krankheiten schickt und wie man sie bekämpft. Eine Ursache für solche Unglücke ist die Unterdrückung, die sich innerhalb einer Gemeinschaft festigt. Wir stellen fest, dass dies auf verschiedenen Ebenen zur Norm geworden ist. Die Misshandlung von Personal, Familien, verletzlichen Menschen und sogar Tieren fällt unter das Banner der Unterdrückung.

Eine weitere Ursache ist Bescheidenheit.  Ehebruch, Pornographie, Masturbation, Prostitution und illegale Beziehungen haben sich in dieser Ummah ebenfalls gehäufig. Dies ist eine größere Sorge als der Virus selbst, denn er tötet unseren Imaan (Glauben / Überzeugung) und ruiniert unser Jenseits. Unsere Dīn (Religion) hat uns davor gewarnt, dass wenn wir uns der Unbescheidenheit hingeben, Krankheiten, von denen unsere Vorgänger noch nie etwas gehört haben, über uns hereinbrechen werden.

4. Sei ein verantwortungsbewusster Bürger, sei ein verantwortungsbewusster Ummatī: Bei dieser Pandemie ist „Sei ein verantwortungsbewusster Bürger“ zu einem Slogan geworden. Alle betonen die Bedeutung von Quarantäne, Selbstisolierung und sozialer Distanzierung. Einige behaupten, dass es Mord gleichkommt, wenn man sich nicht daran hält und sich über den Lockdown hinwegsetzt. Es ist schmerzlich, wenn man bedenkt, dass der Quraan und die Sunnah uns bei vielen Gelegenheiten geraten haben verantwortungsbewusste Ummatis zu sein und dass die Missachtung dieser Gesetze und die Sünde die gesamte Ummah betreffen werden.

Wenn Ärzte uns auf der Grundlage medizinischer Forschung beraten, reagieren wir so schnell. Unsere Gelehrten rufen uns unermüdlich zum Islaam auf. Sie ermutigen uns zur Anbetung und zur Rechtschaffenheit. Sie drängen uns, Salah  (das rituelle Gebet) zu verrichten und wenn eine Person es versäumt, wirkt sich das auf die ganze Nachbarschaft aus.  Doch viele von uns reagieren kaum darauf. Einige behaupten: „Wer bist du schon, dass du über mich urteilst?  Es geht um mein Leben“. Bei dieser globalen Pandemie verstehen dieselben Personen, wie wichtig globales Handeln ist, um Leben zu retten und dass wir alle gemeinsam darin verwickelt sind. Doch wenn der Islaam uns über unsere kollektive Verantwortung informiert, drücken sie ein Auge zu.

Berücksichtige daher in dieser Pandemie deine Gesamtverantwortung in der Ummah. Viele Haushalte konsumieren Zins und geben sich einer Vielzahl von Sünden hin. Vermeide alle Sünden und bringe andere in dieser Ummah nicht in Gefahr. Halte dich an die Gesetze Allahs und der Sunnah. Das ist der beste Weg Verantwortung zu übernehmen, denn wenn wir Allah erzürnen, dann kann Er uns trotz dieser Abriegelung eine Plage auferlegen. Die Grundursache ist der Zorn Allahs. Heute ist es das Coronavirus.  Morgen könnte es eine weitere Mutation oder Version sein. Was wird dann geschehen?

In der Ära von Nabi Muhammad ﷺ waren in Madinah Munawwarah keine Ärzte anwesend. Schließlich ließ sich ein Arzt in der Stadt nieder, aber niemand ging zu ihm, um sich behandeln zu lassen. Er war verwirrt und beschwerte sich schließlich.  Er wurde darüber informiert, dass niemand eine persönliche Absicht gegen ihn hat, aber sie kommen nicht, weil sie keine Behandlung brauchen. Jeder hier folgt Dīn, der Sunnah und sie rezitieren von der Sunnah vorgeschriebene Ad’iyah (Bittgebete). Sie essen gut und treiben auch Sport. Deshalb hält Allah sie gesund. 

Es ist ein Teil unseres Glaubens zu erkennen, dass Krankheit und Wohlbefinden von Allah kommen. Triff also Vorsichtsmaßnahmen, aber unterwirf dich dem Verordnung Allahs. Am Tag des Gerichts wird Allah uns nicht fragen wie oft wir unsere Hände desinfiziert haben, aber Er wird unsere Anbetung und Salah in Frage stellen. Natürlich sollst du deine Hände desinfizieren und hygienisch sein, aber was noch wichtiger ist: Vergiss bei dieser Pandemie nicht deine religiösen Pflichten, denn das wird letztlich am wichtigsten sein. Möge Allah uns alle leiten und Schützen, Aamīn.